Wind und Stein  Filmprojekt, DV - 60 min
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Darsteller:
Alexandra Meierhans
Christina Schmöcken
Olga Petrowna
Herbert Mehring
Rudolf Graf Schönherr

Team:
Regie / Kamera / Produktion:
Benjamin Heisenberg

Produktion:
Schattenfeld Filmproduktion


Filmprojekt mit Alexandra Meierhans

Inhalt (Treatment Auszug):

7.8.1999
Ich habe einen Job. Die Anderen haben mich für verrückt erklärt. Tina sagt ich bin spätestens in zwei Wochen wieder da, aber ich finde die Idee spannend. Ich hab mich für eine Stelle als Köchin im Schloss Schönberg beworben und hab sie bekommen. Tina und ich haben die Anzeige in der Süddeutschen gefunden und uns erstmal bei dem Gedanken totgelacht für lauter vergreiste Fürsten zu sevieren, aber dann hab ich irgendwie beim Heimweg gedacht, es ist was besonderes und wahrscheinlich auch nicht so stressig.
Ich mußte in ein Büro in der Stadt kommen, um beim Verwalter vorzusprechen, der war sehr freundlich und hat mich gefragt warum ich im Schloss arbeiten will. Ich hab gesagt, daß ich schon immer davon geträumt hab im Schloss zu leben und wenn ich dort arbeiten könnte, wäre das eine wunderschöne Verbindung dieser Wünsche. Ich habe wirklich "wunderschön" gesagt und obwohl sich das Wort beim reden komisch anfühlte hat er danach gelächelt und seit heute Mittag hab ich den Job. Am 15. gehts schon los, ich fühle mich irgendwie gespannt und unsicher und verrückt, weil ich sowas mache.

15.8.1999 (Montag)
Mami war froh mich zu verabschieden, ich bin ihr auf die Nerven gegangen mit meinem Rumhängen. Papa war sich nicht so sicher ob diese Arbeit was ist. Mit dem Gehalt war er zufrieden, aber er findet es ist wie vor 100 Jahren und man sollte niemand so dienen. Ich hab im gesagt er dient ja auch seinem Arbeitgeber, aber er meint das sein was Anderes. Ich werds ja sehen.
Wenn ich das alles Tina erzähle glaubt sie's mir nicht. Vom Bahnhof im Dorf Schönberg mit dem Taxi fast zwanzig Minuten nur durch den Wald. Ich habe mich gefühlt als ginge es zu den sieben Zwergen oder ins Schloss von Graf Dracula in den Karpaten, jedenfalls ans Ende der Welt
Mein Zimmer liegt im zweiten Stock mit Blick auf den Wald. Vom Wohnzimmer kann man auf eine grosse Wiese sehen. Anscheinend weidet dort oft eine ganze Herde Rehe. Heute hat es geregnet und die Wiese war leer.
Die Ganze Burg ist vollgestopft mit Kunst - ziemlich unheimlich. Die Küche ist schön und hell und gut ausgerüstet. Ich bin abends gekommen und Herr Mehring der Hausmeister hat mich zu meinem Zimmer geführt. Allein hätte ich bestimmt Angst gekriegt in den ganzen Gängen. Ich werd mich dran gewöhnen. Morgen: Graf von Schönberg kennenlernen, meinen Chef, wenn man das so nennen kann, danach Einführung in die Küche und Führung durchs Schloß. Mein Badezimmer ist 1,50 Meter breit und 6 Meter lang.
Jetzt liege ich in einem tonnenschweren Holzbett mit drei Matratzen statt einer und gegenüber hängt ein Bild von einer Fuchsjagd. Ich habs umgedreht sonst kann ich gar nicht schlafen. Na ja ein Café geht noch.

16.8.99
Am Morgen schaue ich aus dem Fenster und bin erstaunt keine Häuser und Balkons zu sehen, sondern Bäume – und eine Ruhe wie wenn hier Alle und Alles flüstern würde. Wenn ich das Fenster aufmache höre ich Vögel und einen kleinen Bach den ich nicht sehen kann. Fast hätte ich den Weg zur Küche nichtmehr gefunden. Gut das ich hier arbeite und nicht rumhänge, sonst wüßte ich gar nicht mehr was tun. Ich werde hier wahrscheinlich mehr laufen als sonst was – schon von meinem Zimmer bis zur Küche brauche ich eine halbe Ewigkeit.
Mehring zeigt mir die Küche. Der Graf kommt nicht, kann mich erst Morgen sehen. In der Küche gibt es für alles Maschinen, selbst fürs Apfelschälen und eine Seilbahn nach unten in den Garten wo man im Sommer das Frühstückt einzunehmen pflegt wie sich Herr Mehring ausdrückt. Hoffentlich muß ich nicht auch so reden.
Nachmittags frei. Spagetti gekocht. Die Zwiebeln im Zwiebelhächsler geschnitten, die Tomaten in der Püriermaschine pürriert, Hackfleisch nochmal durch den Fleischwolf getrieben, beim Versuch die Zwibeln mit der Apfelschälmaschine zu schälen ist sie kaputt gegangen, scheisse. Na ja ich hätte sie eh nicht benutzt, vielleicht kann ich sie noch kleben – danach leider ein riesen Abwasch. Ich koche in einer Küche für fünf Leute alleine, am Anfang bin ich mir super vorgekommen, aber irgendwie wärs mir zu fünft in einer Küche für Einen doch lieber. Mir werden die vier anderen fehlen. Tina, Christian, Markus, Alex, Maja, Züli, Margot, mit denen wär hier was los!
Wenn ich nur meine Nachttischlampe anmache und alles im Zimmer total unordentlich ist fühl ich mich ein bißchen wohl.

17.8.99
Schönberg konnte wieder nicht. Vielleicht will er mich gar nicht sehen. Die Schälmaschine habe ich geklebt. Mehring hat mir das Telefon gegeben, ein ganz neues. Ich habe die Nummern von meiner Familie und meinen Freunden eingespeichert, jetzt brauche ich nur auf einen Knopf zu drücken und kann sofort anrufen wenn ich mal wieder mit jemand reden will....

(...)