Der Bombenkönig
Digibeta, 20 min
2000
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Darsteller:
(rechts nach links)
Alexander Beck
Leonard Heinrich
Max Henkensiefken
& ein Freund

Konzept und Ausführung:
Benjamin Heisenberg

Studioleitung:
Herr Heinzelmann (HFF/M)

Videospieler:
Christoph Hochhäusler

Aufnahmeleitung:
Alexandra Meierhans

Hergestellt mit Unterstützung der Hochschule für Fernsehen und Film München

Beschreibung:
Nacheinander sind vier Kinder zu sehen.
In klassischer Portraitausleuchtung erscheinen sie riesenhaft vor schwarzem Hintergrund. Mit starr auf uns gerichtetem Blick geben sie Anweisungen für ein Spiel, daß wir nicht sehen, in dem wir selbst die Figuren zu sein scheinen: „.. An denen gehst du einfach vorbei, die sind nicht so schnell", sagt einer und plötzlich schreit er auf: „Nein!" und kurz darauf ganz lapidar: „Runtergefallen - tot" und dabei grinst er. Der Andere befiehlt. „ Spring in das Fass! Spring doch rein! ... Los! ... Jetzt sammelst du alle Granaten auf, ja, die komischen Äpfel da, die sehen aus wie Äpfel, sind aber Granaten... Auf die Palme!... Ja, jetzt hast du's geschafft!" In der uns unsichtbaren Welt, die für die Kinder alles zu sein scheint sind sie gleichermaßen belehrend, wie fürsorglich und versuchen uns zu schützen: „Stop, die explodiert gleich!, wirf sie weg! Wirf sie weg!" Dann erleichtert: „ Puh! Glück gehabt!"

Ihre "neue" Welt verstehen wir nicht. Der Bombenkönig muß erledigt werden, ein Fragezeichen kann nur durch ein Ausrufezeichen geöffnet werden, zum Herz müssen wir nicht mehr gehen - wir haben genug Power. Dafür verstehen wir aber die Charaktere der Kinder, ihre Konzentration, ihre Fürsorge, ihr Verständnis für uns Nichtwissende. Und wir nehmen die Trennung war, die durch das Nichtwissen entsteht. Wie ein unbedingter Glaube hält sie diese Welt gefangen und ihr einziges Ziel scheint zu sein, uns in dieser Welt lebensfähig zu machen, sie uns zu erklären.
Einer Welt, die wir nicht sehen, die wir nicht mit ihnen Teilen können, deren Regeln in unserer Realität nicht gelten.

Das Video "Der Bombenkönig" ist eine phenomenologische Betrachtung, ein fremder Blick, auf eine ungreifbare Welt, die von uns Besitz ergreift. Eine Gebrauchs-anweisungen für eine virtuelle Zukunft.

Herstellung:
Die Kinder wurden im Studio vor einen sog. Teleprompter gesetzt (wird auch für Nachrichtensprecher verwendet, die im Teleprompter ihren Text direkt vor der Kamera sehen). Der Teleprompter besteht aus einer gekippten einseitig durchsichtigen, anderseitig spiegelnden Glasplatte, die vor der Kameralinse angebracht wird. In der Glasplatte spiegelt sich ein Monitor, der, mit dem Bildschirm nach oben gerichtet, unter der Kamera hängt. Somit sieht der Aufgenommene vor der Linse das Bild des Monitors. Den Kindern wurden in diesem Monitor Computerspiele gezeigt, die ein unerfahrener Spieler in einem anderen Raum spielte. Die Kinder wurden aufgefordert den Spieler durch das Spiel zu führen. Der Spieler konnte die Anweisungen der Kinder hören und seinen Fähigkeiten entsprechend darauf reagieren. Durch den Teleprompter war der Blick und die Konzentration der Kinder immer direkt in die Kameralinse und somit auf den Zuschauer gerichtet.

Projektion:
Das Video wird per Beamer projiziert. Die Kanten des Projektionsbildes werden vor dem Beamer abgekascht, so daß das Bild weich in die Projektionsfläche übergeht. Die Figuren stehen so wie Erscheinungen, ohne technische Begrenzungslinie auf dem Hintergrund.


Ausstellungen:

"Multiple Choice", BBK München 2000

"Kunstforum München, Nacht der Museen und Galerien", München 2000

 "Ausstellung der Nominierten,
  Förderpreis für Bildende Kunst der
  Stadt München", 2001

Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt Müchen

"Intermedium 2" Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) Karlsruhe, 2002

Kongress: "Playtime! Play, Gaming and Sports", ICA, London

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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